Celenus Klinik Algos Ernährungsberaterin steht vor einer um einen Tisch sitzenden Kleingruppe

Vortrag "Cannabis in der Schmerztherapie“

Ein ein Vortrag im Rahmen des hausinternen Fort- und Weiterbildungskataloges – diesmal mit einem externen Referenten.

Herr Dr. med. Saul, Oberarzt und Leiter der ambulanten Schmerztherapie des Waldklinikums in Eisenberg folgte unserer Einladung zu diesem Thema vor unseren Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und weiteren interessierten Mitarbeitern zu referieren.

Seit 2017 ist es möglich von einem Haus- oder Facharzt Cannabis als Cannabis- Vollextrakt in Form von getrockneten Cannabisblüten sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon verschrieben zu bekommen. Dies ist jedoch nur unter sehr strengen Voraussetzungen im Rahmen eines Antragsverfahrens möglich, um einer Ersatzbeschaffung keinen Vorschub zu leisten.

Im Regelfall werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen, wenn diese die erstmalige Verordnung genehmigt hat.

Herr Dr. med. Saul hat umfassende Erfahrungen auf diesem Gebiet. Er konnte bereits vielen Patienten mit einer Cannabis- Behandlung helfen.

Cannabis kann zum Beispiel bei Patienten mit metastasierenden Tumorerkrankungen, bei chronischen, insbesondere neuropathischen Schmerzen, bei Spastiken, bei Multipler Sklerose oder Querschnittslähmung, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden.

,,Cannabis hat ein breites Wirkspektrum aber ich würde es trotzdem nicht als Wundermittel bezeichnen, da es die Ursache der Krankheiten nicht bekämpft, jedoch die Symptome lindern kann. Daneben kann es durchaus auch diverse Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel, Benommenheit und Angst hervorrufen. Die Anwendung von Cannabis in der Palliativmedizin ist besonders hervorzuheben. Zum einen kann die häufig eingesetzte Opiattherapie- Dosis reduziert werden und zum anderen nehmen diese Patienten viele Medikamente ein, welche verschiedene Nebenwirkungen auslösen.

Zu jeder Nebenwirkung gäbe es auch immer ein weiteres Medikament. Cannabis wiederum macht dies nichtig, indem es auf viele verschiedene Symptome wie Schwäche, Müdigkeit, Depressivität, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Anspannung eine positive Wirkung zeigt.

Alles in allem gibt es zu dem Thema noch viel zu forschen aber wie Isaac Newton sagte: Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.“, so unser Referent.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des klinikinternen Fort- und Weiterbildungskataloges statt, der quartalsweise erscheint. Neben externen Referenten führen die Fortbildungen v.a. unsere leitenden Mitarbeiter im Bereich der Medizin, Pflege und Therapie durch.